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Aktuelle Projekte

Sichere_VR

Jährlich sterben rund eintausend VRU (engl. Vulnerable Road User, Fußgänger/ Fahrradfahrer) im deutschen Straßenverkehr. Kooperative VRU Schutzsysteme versprechen die Unfallzahlen deutlich zu reduzieren. Ihre Entwicklung erfordert ein detailliertes Verständnis des Zusammenhangs von VRU Bewegungen und Unfallszenario.

Klassisch werden VRU Unfälle mit Simulationen oder Dummys untersucht. Beide Ansätze berücksichtigen nicht das Verhalten und die Reaktionen des VRU, da sich in ihnen kein realer VRU bewegt.

Das Fachgebiet ComTec (Kommunikationstechnik) der Uni Kassel unter Leitung von Prof. David baut mit dem in Kassel ansässigen Unternehmen Flavia IT in dem Verbundprojekt Sichere_VR eine neue Testmethodik auf, die dieses Problem angeht. Die Testmethodik ermöglicht es erstmalig VRU Unfälle realitätsnah für den VRU durchzuführen und zu vermessen. Dabei bewegt sich ein VRU an einer realen Straße und gleichzeitig völlig ungefährlich für ihn mittels einer VR (Virtuellen Realität) in einem Unfallszenario. Die VRU Positionen und Aktivitäten werden parallel über das VR-System sowie der Smartphone- Sensorik des VRU aufgezeichnet. Die so gewonnen Daten können in weiteren Vorhaben zur Optimierung von VRU Schutzsystemen verwendet werden, um sie Zahl der Verkehrstoten und Verletzten zu reduzieren.

Förderphase: Januar – Dezember 2022

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Universität Kassel, ComTec

Projektpartner: FLAVIA IT

Förderer: Bundesministerium für Digitales und Verkehr

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Ahle Wurst trifft KI

Das traditionelle Naturreifeverfahren in der Wurstproduktion (Ahle Wurst) ist ein komplexer Prozess, bei dem es, neben kaum beeinflussbaren Einflussfaktoren wie Wetter, sehr auf die Erfahrung der einzelnen Mitarbeiter ankommt.

Anders als in der industriellen Produktion erfolgt die traditionelle natürliche Reifung von Ahler Wurst nicht in hochkontrollierten Reifekammern mit präzise gesteuerten Parametern (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, abgeschirmt von äußeren Umwelteinflüssen), sondern in einem natürlichen Umfeld in Lehmkammern auf den Dachböden historischer nordhessischer Fachwerkhäuser. Dieses Vorgehen sorgt bei der Reifung für ein charakteristisches, besonders intensives Aroma der Wurst, ist aber gleichzeitig mit einem außergewöhnlich hohen Überwachungs- und Pflegeaufwand der Produkte in den unterschiedlichen Phasen der Reifung verbunden. So muss jede in der Reifung befindlichen Wurst regelmäßig auf den Reifegrad geprüft und gegebenenfalls innerhalb der Reiferäume umgelagert werden. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, diese Prozesse durch die Aufnahme und KI-basierte Auswertung von Umgebungsdaten zu unterstützen. Das Verfahren könnte zukünftig auf andere Produkte mit Naturreifeprozessen übertragen werden und auch dort die Produktion unterstützen.

Auf Basis von gemessenen Umgebungsdaten soll geklärt werden: Wann muss gelüftet werden? Wie warm darf es sein? Wann muss die Wurst gewaschen werden? Wie hoch muss die Luftfeuchtigkeit bei den verschiedenen Reifegraden sein? Es sollen geeignete Methoden gefunden werden, die den Reifegrad der Produkte anhand von Sensordaten in Kombination mit KI-Algorithmen bestimmen und verlässliche Daten über den Reifungsprozess liefern.

Förderphase: 2022 - 2023

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Universität Kassel, ComTec

Förderer: Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung

ZuKIPro

Mit dem Zukunftszentrum ZuKIPro wird ein praxisorientiertes Format für die Beratung, Qualifizierung, Erprobung und Diffusion von digitalen Technologien geschaffen. Dazu soll eine partizipative Arbeits- und Technologiegestaltung kleine und mittelständische Unternehmen dazu befähigen, die Potenziale digitaler Technologien in Arbeits- und Geschäftsprozessen besser zu nutzen. Das ZuKIPro soll eine Anlauf- und Transferstelle für KMU, Förderer, Technologieanbieter und Sozialpartner sein. Über ein Plattformmodul können sich KMU ein mobiles KI-Labor direkt auf das Betriebsgelände holen und prototypische KI-Anwendungen erleben, ausprobieren und Überlegungen in Bezug auf ihre Anwendbarkeit im eigenen Betrieb vornehmen. Geplante Qualifizierungsangebote, wie eine Lern- und Wissensplattform oder Massive Open Online Courses (MOOCs), machen die Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz für Beschäftigte lebendig. Durch diese Formate befähigt das Zukunftszentrum Unternehmen und ihre Beschäftigten, die Herausforderungen im eigenen Betrieb zu erkennen und zu analysieren, Lern- und Lösungsprozesse selbständig zu initiieren, zu gestalten und eigenständig umzusetzen sowie die Ergebnisse zu evaluieren.

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, einen niederschwelligen Zugang zum Thema KI für KMU zu schaffen. Dazu werden KMU bei der partizipativen, co-kreativen Einführung und menschzentrierten Gestaltung von KI-Systemen unterstützt. Modulübergreifend informiert und berät das Zukunftszentrum KMU bedarfsgerecht und befähigt zur Umsetzung konkreter Lösungen. Dazu werden insgesamt drei Geschäftsstellen eingerichtet: Nordhessen (Kassel), Mittelhessen (Frankfurt a. M.) und Südhessen (Darmstadt).

Förderphase: 2021 - 2022

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Universität Kassel, ComTec

Projektpartner: RWTH Aachen, Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz, Institut für Technologie und Arbeit, Technische Universität Darmstadt, Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg und Regionalmanagement Nordhessen

Förderer: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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RoboTrust

Seit einigen Jahren bereits werden menschenähnliche Roboter in verschiedenen Branchen eingesetzt. Große Potenziale bestehen in der Kundenbetreuung sowie in Berufen, in denen menschliche Dienstleister aufgrund des Fachkräftemangels überlastet sind. Durch ihre besondere physische Präsenz können anthropomorphe Roboter eine emotionale Bindung zu menschlichen Nutzern aufbauen. Die Verbindung von Software und Maschine gibt der Robotik allerdings auch die Macht zur physischen Verletzung von Körper und Eigentum.

RoboTrust ist eine Initiative verschiedener Forschungsgruppen der TU Darmstadt, um die Zukunft der Mensch-Roboter-Interaktion zu formen. In Kooperation mit der Goethe Universität Frankfurt und der Universität Kassel entsteht ein interdisziplinäres Team, welches alle relevanten Dimensionen einer verantwortungsvollen Digitalisierung wie Psychologie, AI und Robotik, Recht und Kontext abdeckt. RoboTrust untersucht die notwendigen Grundlagen für anthropomorphe Roboter-Assistenten zur Entwicklung und Evaluierung einheitlicher technologischer Plattformen.

Das RoboTrust Team besteht aus sechs hochrangigen Forschungsgruppen und generiert neben neuen wissenschaftlichen Einblicken wichtigen Nutzen für die Gesellschaft.

Die Forschung basiert auf den Prinzipien:

  • Der Roboter-Assistent unterstützt Menschen
  • Der Roboter-Assistent agiert transparent
  • Die Haftung ist klar geregelt.

Förderphase: 2020 - 2022

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Universität Kassel, ComTec

Projektpartner: Technische Universität Darmstadt und Goethe-Universität Frankfurt

Förderer: Hessisches Ministerium für Digitale Strategie und Entwicklung

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NORA

Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts NORA ist es, eine praktikable Methode zu entwickeln, mit der kollaborative kontextsensitive Anwendungen und Algorithmen des maschinellen Lernens bereits während der Konzipierung nach normativen Anforderungen des Datenschutzrechts und der Informatik gestaltet werden. Das Projektkonsortium bilden die Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet) unter Leitung von Prof. Dr. Alexander Roßnagel sowie das Fachgebiet Kommunikationstechnik (ComTec) unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus David, die beide an der Universität Kassel angesiedelt sind.

Förderphase: 2020 - 2022

Ansprechpartner: Prof. Dr.-Ing. Klaus David, Universität Kassel, ComTec

Projektpartner: Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung (provet), Universität Kassel

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Abgeschlossene Projekte